Neue Steuerregularien in Korea und Japan für digitale Güter – Ist Ihr Shop bereit?

Während mehr und mehr Steuerbehörden rund um den Globus überlegen, wie sie elektronische Dienstleistungen, die nicht-ansässige Unternehmen in ihr Land verkaufen bei der lokalen Besteuerung berücksichtigen können, haben Südkorea und Japan bereits entsprechende Schritte unternommen. Mit diesen sollen lokale und nicht-ansässige Verkäufer auf eine Ebene gestellt werden und Steuern auf Verkäufe erhoben werden, die bisher nicht unter die lokalen Regularien fielen.

Seit dem 1. Juli 2015, müssen sich nicht-ansässige Verkäufer, die elektronische Dienstleistungen nach Korea verkaufen, dort registrieren und entsprechend ihre B2C und B2B Verkäufe angeben. Die lokale Steuerrate liegt bei 10%. In Japan werden ähnliche Regularien voraussichtlich am 1. Oktober für B2C Verkäufe jenseits eines jährlichen Schwellwerts von JPY 10 Millionen in Kraft treten. Die dortige Steuerrate liegt bei 8%.

Wie immer sollten eCommerce Händler einen genauen Blick aufs Kleingedruckte werfen. Die lokalen Vorstellungen der Behörden was einen elektronischen Service konstituiert, können von Land zu Land unterschiedlich sein. Während in einigen Ländern der Fokus auf Musikdownloads, Spiele, Apps und Video-Inhalten liegt, gehören für andere Länder wie bspw. Korea auch Desktop Software, die über das Internet heruntergeladen wird und Cloud Services zur Gruppe elektronischer Dienstleistungen und fallen somit unter die neuen Regelungen. Beim Verkauf von elektronischen Dienstleistungen ins Ausland empfiehlt sich daher grundsätzlich das Gespräch mit einem Steuerfachmann.

Was nun die Gleichstellung ausländischer und inländischer Unternehmen in Bezug auf die Besteuerung von Verkäufen in Korea angeht, so scheinen zunächst die ausländischen Verkäufer von der Verpflichtung steuerausweisender Endkundenrechnungen ausgenommen zu haben. Kehrseite der Medaille wäre dann jedoch, wenn sich dies bestätigt, daß im B2B Bereich Kunden die Steuer nicht zurückfordern könnten. Es wird hier hoffentlich nach dem 1. Juli noch zu Nachbetrachtungen und entsprechenden Anpassungen kommen.